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Sonntag, 11. November 2012

Das Lange Schweigen

tja - lange habe ich nichts von mir hören lassen - nur die ein oder oder andere SMS oder Email hab ich beantworten können und ich kann nur sagen - die Zeit war nicht wirklich ein Hochgenuss :)

Tja - wo fange ich denn mal an.

Überraschend kam am Montag nach meinem letzten Post, dass ich für ca. 5-7 Tage nach Hause gehen sollte. Wie - nach Hause - raus aus dem Krankenhaus und dann passt alles ? Trotzdem hat vor allem Katrin versucht zuhause alles Perfekt einzurichten, dass ich m ich wohl fühle und mit den Kindern viel Kraft tanken kann. Nur leider kommt natürlich immer alles anders, als man denkt.

Die Anstrengung nach Hause zu kommen, darf man auf gar keinen Fall unterschätzen. Von 10m zum Klo und zurück waren es eben mal 15m und 2 Treppen. Bisher ging viel Flüssigkeit über die Vene - was jetzt dann alles durch den Hals muss - und ALLES und wirklich ALLES schmeckt komisch. Cola nach Salz (wobei die noch ganz gut ging), Wasser nach Metall - es ist wirklich ein Krampf und man setzt sich auch selber total unter Druck.
Dazu musste ich eh alle 2 Tage in die Klinik - Blut Abnehmen und Werte Kontrollieren, Apotheker reich machen mit einer Rezeptliste die sich gewaschen hat, Verbandswechsel mit der offenen Wunde...
Auf jeden Fall kam Freitag den 2. 11 auch noch die Erste ZNS Bestrahlung dazu - und ab da ging es RICHTIG bergab - mir war nur noch schlecht, ich konnte weder Essen -und viel wichtiger Trinken - und hab erst mit Gabe von Cortison in der Klinik am Samstag wieder agieren können. Sonntag gings genau so weiter sodaß Katrin und ich entschieden haben über die Notaufnahmen wieder in die Klinik zu gehen - weil ich nicht mal einen Schluck Wasser trinken konnte ohne zu spucken. Das möchte ich echt niemandem wünschen sich so zu fühlen. (und der Eigene Druck, den du dir im Kopf aufbaust hilft auch nicht wirklich weiter - bei jedem Schluck denkst du, ich kübel es eh gleich wieder raus und bekommst wirklich sogar Angst davor..).

Auf Jeden Fall bin ich seid Sonntag Abend wieder in der Klinik und werde Täglich bestrahlt (jihaaa - Bergfest - 6 Bestrahlungen sind durch, nur noch 6 kommen..) und ich hab wirklich derzeit fast jeden Tag Chemo (jetzt hatte ich 5 Tage in folge, 4 Tage ruhe kommen, dann gehts direkt wieder weiter). Die Phase ist lt. Aussage von allen Schwestern/Pflegern und Ärzten/innen auch körperlich die Härteste - weil halt am Meisten passiert. Und die Bestrahlung ist ein ziemlich heftiger Teil davon.

Tja - aber ansonsten bin ich wie immer - es geht aufwärts und ich fühl mich momentan jeden Tag ein bisschen besser. War heute das erste mal wieder richtig "spazieren" - auch wenns nur 2x zur Kantine und zurück war, trotzdem ist das ein echter Schritt nach vorne. Hinterher bin ich zwar eine Stunde platt und schlafe, aber egal!.

Ich freue mich nach wie vor über jede Nachricht von Euch und auch jede Mail, Kommentar und SMS und Brief und Buch und Lesegutscheine und und und  - das alles gibt mir die Kraft, weiter zu machen.


Ganz besonders möchte ich hier jetzt an dieser Stelle meine Frau Katrin drücken - was du für die Familie, die Kinder und auch im Besonderen mich machst, kann man nicht in Worte fassen - Ich danke dir dafür und und Liebe Dich!


Carpe Diem,

Jens

1 Kommentar:

  1. Lieber Jens, Deine Grüße sind angekommen. Frank stand vorhin im Zimmer und hat mich stellvertretend gedrückt. Wie es zurzeit steht, schreibe ich Dir per Mail. Ansonsten finde ich es immer wieder toll, wie Du gegen diese Krankheit kämpft. Du bist ein echter Held und gibst uns allen eine Menge zurück. LG Gabi

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